Was denkt ihr? Wieviel Prozent der Polizeiarbeit könnte man an andere weniger martialisch bewaffnete Behörden ausgliedern, angenommen alles andere (Kapitalismus und co) wäre unverändert? #polizeiproblem

@benni rein logisch geht es bei der relativ uniformen "Polizei" darum, auch in schwierigen Situationen genügend Hilfe mobilisieren zu können. Wenn hier nur die Personen auf der Straße über eine Polizeiausbildung verfügen und der Rest reine Schreibtischkräfte wäre, geht eben diese Reserve verloren. Dann kann man natürlich über die Bundeswehr als Reserve nachdenken, dann hätten wir Kräfte mit US gleicher Waffen-Ausbildung auf der Straße, ganz im Sinne von bestimmten "Kräften" :-(

@vilbi auch die Polizei "auf der Straße" bräuchte keine Waffen in den allermeisten Fällen, was nichts anderes bedeutet, dass es irgendwer machen könnte. Von Verkehrsunfall bis Fußballspiel. Von Verwirrten bis Vermisstenmeldung. Niemand da braucht ne Knarre.

@benni die Waffe wird ja auch in DE selten eingesetzt und noch seltener zum Schießen auf Menschen. Die Debatte darüber kann ja geführt werden. Ich hatte dich da evtl. falsch verstanden, dass du die Polizei mit deren Ausbildung auch an der Waffe zu 90% durch Verwaltungs und andere Fachkräfte ersetzen wolltest.

@vilbi ich meinte schon durch andere ersetzen. Für viele der Aufgaben sind sie ja eben gerade nicht ausgebildet. Und Nein, die Waffe wird nicht "selten" eingesetzt. de.statista.com/statistik/date (und diese zahlen sind am unteren ende).

@benni das liegt bei unter 15 Toten durch Waffengebrauch der Polizei und ist bei 83 Millionen Bürgern verschwindend wenig. Insgesamt gibt es unter 800 Tote in Deutschland durch Mord oder Totschlag. Damit sollte klar werden, dass die Waffen bei der Polizei eher eine defensive Verteidigungs bzw. Androh-Waffe ist als z.B. in den USA. Auch wenn hier die Angaben je nach Erhebendem variieren sind die Zahlen der durch Waffengewalt durch "Staatliche Organisationen" in DE eher gering.

@benni auch ist klar, dass ein Polizist der irgendwo dienstlich unterwegs ist, flexibel zu vielen Einsatzarten gerufen werden kann. Ein Beamter der jetzt "nur" Verkehrsdelikte ohne Waffe und Ausbildung daran im Einsatz ist, kann nicht zu jeder Einsatzart gerufen werden. Eine Reduzierung der breit ausgebildeten Polizeibeamten mit Waffe würde vermutlich die Einsatzfähigkeit einschränken. Langfristig würde das m.E. zum Ausbau der Polizisten mit Waffe in den Wachen vor Ort bedeuten.

@vilbi Also wenn ich zB nen Nervenzusammenbruch hätte, wäre mir deutlich lieber, da käme jemand mit Ahnung als mit Pistole. Und die Reaktionszeit bei Verkehrsunfällen würde sicher besser werden, wenn da schnell jemand kommt, der einfach nur die Beweise aufnimmt und der nicht noch hundert andere im Zweifel wichtigere Aufgaben hat.

Folgen

@benni wenn du einen Nervenzusammenbruch hast und jemand ruft die Polizei dann ruft die den Arzt. Du siehst das ziemlich eindimensional.
Das Risiko durch eine Bakterielle Infektion in Kliniken zu sterben ist deutlich höher als durch Gewalt umzukommen.
Damit rede ich jetzt nicht pro Waffen bei der Polizei, doch die Debatte darüber muss breiter und ohne Ideologie geführt werden. Und Waffen sind weder das Kern-Problem noch die alleinige Lösung.

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