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Warum werden Schülerinnen und Schüler mit „SuS“ abgekürzt, Lehrerinnen und Lehrer aber nicht „LuL“?

@Johannes "LuL" habe ich vereinzelt schon gelesen, aber für "Lehrerinnen und Lehrer" gibt es andere neutrale Ausdrücke wie "Lehrkräfte" und "Lehrpersonen".

"Lehrkräfte" und "Lehrpersonen"



Im Singular DIE Lehrkraft und DIE Lehrperson.
Ist das wirklich genderneutral?

@einervonvielen5679 „Die Kraft“ ist genauso genderneutral wie „der Mensch“.

„Die Kraft“ ist genauso genderneutral wie „der Mensch“.



Was das ironisch? Da steht doch "die" oder "der". Wie auch immer...

Gerade habe ich ein webbasiertes Training abgeschlossen (mit Zertifikat), über Genderthemen, sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz,... Darin wurde erläutert, dass selbst das biologische Geschlecht genau genommen eine Konstruktion ist. Hmm, dachte ich mir, sind die Ergebnisse (Kinder) auch nur Konstruktionen?

Das hat mich dazu verleitet, mal in Wikipedia "Konstruktivismus" nachzuschlagen.

Treffer

--Zitat schnipp--

Abschied von der Vorstellung einer absoluten Wahrheit und einer empirischen Objektivität, weil der Beobachter nicht als unabhängig von der Erkenntnis angesehen werden kann.

Erkenntniswert zirkulärer und paradoxer Denkfiguren im Zusammenhang mit dem Phänomen der Rekursion.



Es lässt sich also zusammenfassend sagen, dass der Konstruktivismus die Erschaffung eigener Realitäten, Dimensionen oder sogar Fähigkeiten behandelt, die durch das eigene Erkennen oder den Glauben an diese Realitäten, Dimensionen oder Fähigkeiten erst entstehen.

--Zitat schnapp--

Mit diesem philosophischem Werkzeugkasten wird klarer, warum die Benennung, die Änderung von Sprache und damit des Denkens so wichtig wird. Damit ändert sich die "Realität" des Betrachters. Das hatte ich so nicht auf dem Schirm.

Dir Frage, die sich nun stellt, was hat die Umbenennung von Kindergarten in Kindertagesstätte in Kita gebracht?
Oder, hat die Beseitigung von Begriffen reale soziale Unterschiede zwischen Rassen, Geschlechtern usw. gebracht.

Für den Konstruktivsten sicher viel (ohne Ironie). Nur wie erleben das die Nicht-Konstruktivsten. Ich würde mal davon ausgehen, dass die meisten von uns nicht mit einem konstruktivistischem Blickwinkel auf diese Welt schauen.

Während die einen also über Begriffe erfolgreich die Welt ändern (denn viele benutzen nun tatsächlich andere Begriffe), erleben andere, dass sich eigentlich nichts ändert, und sie wundern sich, warum auf dem Bußgeldbescheid jetzt "Fahradfahrender" drauf steht.


Während die "halbe" Welt (Russen, Engländer,....) also immer noch Kindergarten sagt, sind wir schon bei Kita, das aus Kindergartentagesstätte geworden ist. Das war ja auch mal so ein Kampf gegen/für etwas, das sich mir nicht erschlossen hat.
Im Nachgang erkenne ich keine Veränderung, Die gleich Sache heißt jetzt halt nur anders. Und Konzepte hätte man ja auch ohne Umbenennung umsetzten können.

Von daher finde ich SuS nur logisch. ;-)

@einervonvielen5679 Meine Antwort geht schneller: Der Artikel eines Wortes hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Oder was ist dann das Mädchen? Ein Neutrum?

Für die Weiterbildung empfehle ich dir dieses Video: belleslettres.eu/content/dekli

@Johannes Mirus :verified: Danke! Da werde ich mir einiges von anhören.

Beim Gendern scheint mehr als nur Sprache oder Politik dabei zu sein, ist mir mit dem webbased Training klar geworden. Da muss eine ordentliche Packung Weltanschauung/Philosophie dabei ein, wenn das biologische Geschlecht eine Konstruktion/Zuschreibung sein soll.
@Johannes Mirus :verified: Wow, ich habe die ersten Videopodcast gehört. Vielen Dank für diese Empfehlung.
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