@sozialwelten ich finde, du solltest an so ideengeschichtlichen kram auch immer eine zeitliche einordnung oder verschlagwortung (vermutlich nach thesoz? lod.gesis.org/thesoz/de.html) anfügen. sonst hast du irgendwann nen zettelkasten, in dem sich ideen aus mehreren jahrhunderten auf den füßen stehen, ohne dass du filtern kannst. in manchen fällen mag das hilfreich sein, aber oft sind fragen ja auch mal gelöst worden und man muss die wirrungen nicht im detail nachvollziehen ;)

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@mundauf @sozialwelten oops, sorry. hatte deinen toot übersehen. TheSoz ist ein kontrolliertes Vokabular für Sozialwissenschaften, mit maschinenlesbaren Beziehungen zwischen Begriffen (Suchbegriff dazu: SKOS). Bibliotheken verwenden sowas zur Organisation ihrer Bestände, aber es gibt auch KI-Träume in Bezug auf maschinenlesbare Ontologien. In der Anwendung machts verwandte Texte auffindbar, auch über Fach- und Sprachgrenzen hinweg. "Vermessungspunkte der Wissenschaftslandschaft" oder so ;)

@mundauf @sozialwelten die grundlegende Idee ist, dass man Synonyme und Übersetzungen zusammenfasst in einem Knoten mit einer eindeutigen Bezeichnung, die idealerweise langfristig stabil bleibt. Regeln zur Aufnahme, usw. unterscheiden sich, üblicherweise wird sowas von einer Institution gepflegt, mehr oder weniger demokratisch ;)

Beispiel von der Deutschen Nationalbibliothek: d-nb.info/gnd/5098525-5

Beispiel aus der DBPedia (weils netter anzuschauen ist als Wikidata) dbpedia.org/page/European_Unio

@mundauf @sozialwelten Nochn Beispiel, weil man da die Verknüpfungen zu anderen Thesauri schön sieht: zbw.eu/stw/descriptor/17983-5

Bei der ZBW haben sich Leute hingesetzt und händisch für jeden Begriff in ihrem Wirtschafts-Thesaurus die passenden Begriffe/IDs aus TheSoz, DNB, Wikidata, etc herausgesucht und maschinenlesbar verknüpft. Diese Verknüpfingen/Konkordanzen sind mit ein wenig Scrollen auch in der DBPedia zu sehen (sucht nach "owl:sameAs")

@krugar @sozialwelten Danke. Aber diese Arbeit würde ich gerne selbst machen. Die Bedeutungen der Begriffe arbeiten und wandeln sich. Das möchte ich nicht festklopfen.

@mundauf @sozialwelten Was die Definitionshoheit betrifft: es bringt wenig, eine Privatsprache zu entwickeln? Im Zweifel: Wikipedia/Wikidata sind basisdemokratisch und evtl nützt es beim Begriffe schärfen, wenn man mit anderen über sie streitet? Tatsächlich ist das organisierte Hinzufügen von Begriffen für neue Forschungsfelder zu existierenden Thesauri für mich auch noch son offenes Thema, das mich von Berufs wegen interessiert, aber privat würd ich zum Verschlagworten Wikidata nehmen

@krugar Wikipedia ist ein deduktives Aussagensystem, das auf Axiomen basiert, die die Deduktion ermöglichen. Forschung fängt erst an, wenn man diesen Bereich verlässt. Dafür wird man bei der Wikipedia aber direkt unter Verweis auf Relevanzkriterien abgestraft. Wikidata finde ich aber interessant. @mundauf

@sozialwelten @mundauf Wikidata hat den gleichen Anspruch bzgl Quellenangabe, und das Relevanzgedöns hast du da genauso. Generell nimmt man Thesauri nicht für "Neues" sondern zur Anbindung an "Etabliertes", damit man selbst oder Dritte/Maschinen einen Text auffinden/zuordnen können. Es bringt halt was, wenn du nen Oberbegriff in deinen Suchschlitz wirfst und unten fallen Treffer zu allen Unterbegriffen in mehreren Sprachen raus. Einschränken kann man dann ja wieder de.wikipedia.org/wiki/Facetten

@krugar @sozialwelten #Kritik funktioniert nicht mehr wenn das #Wissen, das durch Kritik zur jeweils gültigen #Wahrheit gebracht werden soll, nicht mehr überblickt werden kann. Es wird zu viel publiziert, als dass der Glaube an alte Ideale an Wahrheit aufrecht erhalten werden kann.

@krugar @sozialwelten Das beruht auf Kritik als einem Axiom der deduktiven Erkenntnissuche auf der Grundlage wissenschaftshistorisch aufzuarbeitender Setzung durch die Begründung der #Wissenschaft. Wissenschaft war eigentlich die Lösung für ein ganz anderes Problem, nämlich dass an kirchliche Glaubenssätze wegen Entdeckungen nicht mehr geglaubt werden konnte.

@krugar @sozialwelten Es ist heute nicht mehr schwer oder mutig eine eigene #Meinung zu haben. Im Gegenteil, man soll und muss ja sogar zu allem eine Meinung haben und wird dazu aufgefordert sie kund zu tun. Es gibt heute sogar für alles Argumente und Belege, Experimente und Beobachtungen. Wir sind nur noch damit beschäftigt Meinungen zu sortieren. Also wer sagt was und warum. Gewinner dieses Kampfes um die gültige Meinung ist der mir dem längsten Atmen, Resourcen.

@krugar @sozialwelten Das Ergebnis dieses Prozesses ist die soziale #Ordnung wie wir sie kennen und beobachten können. Was passiert aber, wenn wir diesem Prozess nicht dem Kampf, sondern dem Zufall überlassen. Was anschlussfähig ist setzt sich durch.

@mundauf
"das sitzfleisch ist der bizeps des demokraten", daran änderst du auch nichts, wenn du vorher würfelst. "anschlussfähigkeit" bedeutet in konsequenz öffentlichkeitsarbeit im widerstreit mit leuten mit sitzfleisch, usw.

das heisst nicht, dass ein wenig zufall nicht inspirativ sein kann bei sowas wie nem zettelkasten

@sozialwelten

@krugar @sozialwelten Wer streiten will, kann das tun. #Anschlussfähigkeit bedeutet, dass #Verstehen nicht hergestellt werden kann. Welche Informationen zu #Assoziationen und #Sinnstrukturen führen die eine Fortsetzung sozialen Handelns nach sich ziehen, hat niemand unter #Kontrolle

@mundauf
...sprach es 2019, nach Cambridge Analytica und den Texten, die dazu geschrieben wurden.
@sozialwelten

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